Bearbeitetes gotisches Werkstück aus Sandstein auf einer Werkbank in der Dombauhütte

Dombauhütte St. Stephan

Erhaltung des Stephansdoms

Die Dombauhütte zu St. Stephan ist seit dem 12. Jahrhundert für den Bau und Erhalt des Stephansdoms verantwortlich. 

Ermöglicht durch Spenden

Die wichtige Restaurierungs- und Forschungsarbeit der Dombauhütte ist nicht kommerziell und wird zum großen Teil durch Spenden finanziert.

Wissenshüterin und Kompetenzzentrum

Mit traditioneller Steinmetzkunst und modernen Techniken der Denkmalpflege arbeitet die Wiener Dombauhütte laufend an der präventiven Erhaltung des Stephansdoms. Stein für Stein. Tag für Tag.

Immaterielles UNESCO Kulturerbe

Seit 2018 ist das Dombauhüttenwesen in Österreich Teil des immateriellen UNESCO Kulturerbes. Dazu gehört neben der Dombauhütte St. Stephan auch die Dombauhütte des Linzer Mariendoms.

Aktuelle Restaurierungsarbeiten am Stephansdom

In diesen Bereichen des Stephansdoms ist die Dombauhütte aktuell tätig.

Südturm und gemustertes Ziegeldach des Stephansdoms über den Dächern von Wien
Blick von oben auf die Westfassade des Stephansdoms mit dem zur Restaurierung verkleideten Riesentor und Passanten auf dem Platz
Baugerüst vor den gotischen Ziergiebeln und dem bunt gemusterten Ziegeldach der Nordfassade
Eingerüstete Heiligenfiguren der Maria Magdalena und Elisabeth oder Dorothea an der Nordfassade im Kirchenraum
Restaurierungsarbeiten der Dombauhütte an der Ikone am Maria Pócs Altar

Südturm wieder gerüstfrei

Nach langjährigen Restaurierungsarbeiten ist die Restaurierung des Südturms abgeschlossen. Seit Herbst 2025 ist Wiens höchster Kirchturm wieder vollständig gerüstfrei.

Restaurierung des Riesentors

Zum Erhalt der romanischen Bausubstanz werden Salz- und Feuchtigkeitsschäden behoben und empfindliche Steinbereiche geschützt. Zudem werden mittelalterliche Farbreste konserviert. Die Arbeiten sollen im Herbst 2026 abgeschlossen sein.

Arbeiten an der Nordfassade

Die Restaurierung der Nordfassade des Langhauses wird weitergeführt. Schwarze Hinterfüllungen werden entfernt und Risse saniert. Die umfangreichen Arbeiten werden sich voraussichtlich noch über mehrere Jahre erstrecken.

Skulpturen im Kirchenraum

An der Nordwand im Innenbereich des Doms werden derzeit drei Skulpturen restauriert: der auferstandene Christus, Maria Magdalena sowie eine als Elisabeth oder Dorothea gedeutete Heiligenfigur. Der Abschluss ist bis Advent 2026 geplant.

Restaurierung der Ikone

Die Ikone am Maria-Pócs-Altar wird derzeit restauriert und konserviert. Die Arbeiten an dem bedeutenden Gnadenbild sollen rechtzeitig zum Jubiläum im November 2026 abgeschlossen sein.

Aktuelle Projekte der Dombauhütte

Die Forschung ist neben der laufenden Restaurierung des Stephansdoms eine zentrale Aufgabe der Dombauhütte.

3D-Vermessung des Stephansdoms

Aktuell wird der Stephansdom von der Dombauhütte digital erfasst: Bis 2026 entsteht ein hochpräzises 3D-Modell des gesamten Bauwerks. Es eröffnet neue Möglichkeiten für virtuelle Führungen und Wissensvermittlung.

Steinmetzzeichen-Archiv

Steinmetzzeichen sind die eingemeißelten Signaturen von Baumeistern der Gotik. Im Forschungsprojekt Stonemarks werden Steinmetzzeichen des Stephansdoms und von Bauwerken aus ganz Europa digital dokumentiert.

Wissensdatenbank St. Stephan

Historische Schriftquellen aus dem Stephansdom vom 12.–17. Jahrhundert werden in der Wissensdatenbank St. Stephan digital archiviert. Mittels Schlagwortindex und Personenverzeichnis werden die historischen Quellen miteinander verknüpft.

Der Dom Ausgabe 2026/01

Das aktuelle Mitgliederblatt des Wiener Domerhaltungsvereins zum Durchblättern. 

Wie arbeitet die Dombauhütte Wien?

Die Dombauhütte zu St. Stephan besteht seit dem Mittelalter. Ihre Werkstatt befindet sich heute an der Nordseite des Stephansdoms – dort, wo die Fiaker stehen.

Steinmetzkunst in Handarbeit 

Heute arbeiten rund 20 Fachkräfte aus Steinmetzkunst und Denkmalpflege an der präventiven Instandhaltung des Stephansdoms. Filigrane Steinelemente wie Krabben, Kreuzblumen oder Maßwerk werden aufwendig nach historischem Vorbild von Hand rekonstruiert – mit traditionellen Steinmetztechniken und Werkzeugen wie schon im Mittelalter. 

Baugerüst an der gotischen Fassade neben dem bunt gemusterten Ziegeldach

Warum ist am Stephansdom immer ein Gerüst?

Regen, Frost, Feuer, Taubenkot – schon seit Jahrhunderten ist die Bausubstanz des Stephansdoms schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die Erhaltung eines über 800 Jahre alten Bauwerks erfordert ständige Aufmerksamkeit. Dass oft ein Gerüst am Stephansdom zu sehen ist, ist daher ein gutes Zeichen. Die Dombauhütte erkennt Schäden frühzeitig und saniert laufend. Diese präventiven Arbeiten gelten als Goldstandard in der Denkmalpflege.

Für einen sicheren Dombesuch

Lockere Steine, lose Dachziegel, Risse im Mauerwerk – die laufende Arbeit der Dombauhütte dient nicht nur der Konservierung eines Kulturguts. Sie sorgt auch maßgeblich für die nötige Sicherheit beim Besuch eines jahrhundertealten Bauwerks.

Finanziert durch Spenden

Die Wiener Dombauhütte ist ein nicht gewinnorientierter Handwerksbetrieb. Die laufende Restaurierungsarbeit des Stephansdoms wird ausschließlich durch Spenden und öffentliche Förderungen ermöglicht.

Bearbeitetes gotisches Werkstück aus Sandstein auf einer Werkbank in der Dombauhütte

Ihre Spende für den Erhalt des Stephansdoms

Unterstützen Sie die Erhaltung und Restaurierung des Stephansdoms mit einer Spende an den Domerhaltungsverein.

Dombaumeister

Arch. Dipl. Ing. Wolfgang Zehetner

Porträt von Architekt Wolfgang Zehetner mit Brille und Sakko

Die Dombauhütte ist wahrscheinlich der größte Handwerksbetrieb Wiens, wo nichts neu gebaut wird. Wir arbeiten allein, um den Dom für kommende Generationen zu bewahren.

Architekt Wolfgang Zehetner ist seit 1994 Dombaumeister und leitet die Restaurierungsarbeiten am Stephansdom. Für sein Lebenswerk wurde er 2024 mit dem Stephanusorden in Gold der Erzdiözese Wien ausgezeichnet.

Archivar der Dombauhütte

MMag. Franz Zehetner

Porträt von MMag. Franz Zehetner mit Brille, blauem Hemd und gelber Krawatte

Jeder Stein des Stephansdoms erzählt eine Geschichte von den Menschen, die ihn erbaut und erhalten haben. Diese Geschichte wollen wir für die Nachwelt dokumentieren.

Kunsthistoriker Franz Zehetner leitet das Archiv der Dombauhütte St. Stephan. Die denkmalpflegerische Arbeit der Bauhütte stellt er in Sonderführungen am Dom sowie in universitären Lehrveranstaltungen vor.

Buch

St. Stephan in Wien. Die „Herzogswerkstatt“ | Böhlau Verlag | 2021 | Barbara Schedl und Franz Zehetner (Hg.)

Häufig gestellte Fragen zum Dombau

Wann wurde der Stephansdom gebaut?

Der Bau des Stephansdoms begann im 12. Jahrhundert. Die erste Stephanskirche wurde 1137 errichtet, von ihr sind nur wenige Reste erhalten. Ab 1210 entstand der romanische Westbau mit dem Riesentor und den Heidentürmen – der älteste heute sichtbare Teil. Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Dom im gotischen Stil erweitert. 1433 wurde der 137 Meter hohe Südturm vollendet – damals das höchste Gebäude Europas.

Zur Geschichte

Warum brannte der Stephansdom 1945?

Der Brand entstand vermutlich nicht direkt durch Kriegshandlungen. Der Stephansdom selbst wurde nicht von Bomben getroffen. Vielmehr sprangen Funken von anderen Gebäuden auf das Dach des Stephansdoms über. Die genaue Ursache für den Brand am Stephansplatz ist bis heute nicht endgültig geklärt. Sicher ist aber: Der Brand war eine tragische Folge der Kriegswirren.

Woher kommen die Steine des Stephansdoms?

Der Stephansdom wurde aus Kalksandstein erbaut. Der Großteil der Steine stammt aus dem Leithagebirge, insbesondere aus Mannersdorf und Au. Dies belegen historische Rechnungen des Kirchenmeisteramts.

An der Vorderhalle des Singertors kam Mannersdorfer Algenkalk zum Einsatz. Die Dienstbotenmadonna wurde aus Atzgersdorfer Kalksandstein gefertigt. 

Für die Restaurierung des Stephansdoms verwendet die Dombauhütte nach Möglichkeit dieselben Natursteine wie beim historischen Bau. Je nach Bauteil werden auch andere geologisch passende Natursteine eingesetzt, um Material, Farbe und Eigenschaften des ursprünglichen Gesteins möglichst genau zu erhalten.

Warum ist am Stephansdom immer ein Gerüst?

Die Erhaltung eines über 800 Jahre alten Bauwerks erfordert ständige Aufmerksamkeit. Dass oft ein Gerüst am Stephansdom zu sehen ist, ist ein gutes Zeichen. Die Dombauhütte erkennt Schäden frühzeitig und saniert laufend. Das ist präventive Denkmalpflege und gilt heute als Goldstandard in diesem Bereich.

Kontakt

Bei Fragen zu Restaurierungsarbeiten und Forschungsprojekten am Stephansdom sind wir gerne für Sie da.

Dombausekretariat St. Stephan

Stephansplatz 3

1010 Wien

MO–DO | 7:30–16:00
FR | 7:30–12:00