Gotische Steinkanzel im Stephansdom mit kunstvollem Maßwerk, Treppenaufgang und plastischen Reliefbüsten

MO-SA

9:00–11:30

13:00–16:30

SO & Feiertage

13:00–16:30 

Die Kanzel kann mit dem All-Inclusive-Ticket oder dem Kirchenraum-Einzelticket besichtigt werden.

Kirchenraum-Einzelticket
Erwachsene: 7 €
Kinder (0–14 Jahre): 3 €
Gruppen ab 15 Personen (Erwachsene): 6 €
Schulklassen (14–18 Jahre): 4 €
Schulklassen (10–14 Jahre): 2 €
Schulklassen (6–10 Jahre): 0 €

All-Inclusive-Ticket
Erwachsene: 25 €
Kinder (6–14 Jahre): 7 €

All-Inclusive-Ticket kaufen

Die Kanzel befindet sich im Mittelschiff des Stephansdoms, etwa auf halber Länge des Kirchenraums. Sie ist an einem der mächtigen Pfeiler angebracht und bereits beim Betreten des Hauptschiffs durch das Riesentor gut sichtbar.

Die Kanzel des Stephansdoms

Das gotische Meisterwerk mit dem berühmten Fenstergucker

Die Kanzel des Stephansdoms zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken der Spätgotik in Österreich. Über Jahrhunderte hinweg diente sie als zentraler Ort der Verkündigung und prägte das religiöse Leben im Dom. Bis heute beeindruckt sie durch ihre außergewöhnliche Steinmetzkunst, ihre symbolreiche Gestaltung und die vielen versteckten Details.

Steinernes Geländer einer Kanzeltreppe mit filigranem gotischem Maßwerk

Wo im Dom befindet sich die Kanzel?

Die Kanzel befindet sich im Mittelschiff des Stephansdoms, etwa auf halber Länge des Kirchenraums. Sie ist an einem der mächtigen Pfeiler angebracht und bereits beim Betreten des Hauptschiffs durch das Riesentor (Hauptportal) gut sichtbar.

Gotische Kanzel im Stephansdom mit kunstvollem Maßwerk, Reliefbüsten und gewundener Steintreppe

Geschichte und Architektur der Kanzel

Entstehung

Die Domkanzel gilt als eines der bekanntesten Kunstwerke im Stephansdom. Sie wurde aus Breitenbrunner Kalksandstein gefertigt und entstand vermutlich zwischen 1480 und 1510. Schriftliche Quellen über die Entstehung sind nicht erhalten, weshalb bis heute nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden kann, wer die Kanzel geschaffen hat. Traditionell wurde die Kanzel oft dem Wiener Dombaumeister Anton Pilgram zugeschrieben. Nach heutigem Forschungsstand stammt der Entwurf der Kanzel jedoch wahrscheinlich nicht direkt von Pilgram, sondern eher aus der Werkstatt beziehungsweise dem Umkreis von Niclaes Gerhaert van Leyden. Pilgram war an der Ausführung jedenfalls beteiligt, da sich sein Steinmetzzeichen an der Kanzel befindet.

Gesamteindruck

Das gotische Maßwerk prägt das Erscheinungsbild der Kanzel mit seinen filigranen Steinornamenten und kunstvollen geometrischen Formen. Charakteristisch sind Spitzbögen sowie Kreis-, Drei- und Vierpassmotive, die sich zu harmonischen, symmetrischen Mustern verbinden. 

Aufbau

Der gesamte Aufbau der Kanzel vermittelt eine religiöse Botschaft. Der Kanzelfuß wird von Heiligenfiguren getragen, während am Kanzelkorb die vier lateinischen Kirchenväter dargestellt sind. Gemeinsam symbolisieren sie das Fundament des christlichen Glaubens und die Weitergabe der Lehre der Kirche.

Sechzehn Stufen führen zur Kanzel hinauf. Das Geländer, ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst, besteht aus neun ornamentalen Rädern mit symbolischer Bedeutung. Die dreipassförmigen Motive stehen für die Dreifaltigkeit, die vierpassförmigen für die irdische Welt. Der Aufstieg zur Kanzel kann daher als Sinnbild verstanden werden: Der Prediger lässt das Irdische hinter sich und richtet sich auf das Göttliche aus.

Steinrelief eines Mannes mit Mütze, der mit einem Zirkel in der Hand aus einem geöffneten Fenster blickt

Der Fenstergucker

Zwischen den Figuren der Kanzel verbirgt sich der berühmte „Fenstergucker“ – die Büste eines Mannes, der neugierig aus einer Öffnung blickt. Viele sehen in ihm ein Selbstporträt des Dombaumeisters Anton Pilgram, auch wenn dies nicht gesichert ist. Gemeinsam mit der Legende vom „Hansl“ zählt er zu den bekanntesten Wahrzeichen im Dom.

Facetten der Kanzel

Reich verzierter Kanzelfuß mit Skulpturen und gotischem Maßwerk im Innenraum des Stephansdoms
Gotische Kanzel im Stephansdom mit kunstvollem Maßwerk, Reliefbüsten und gewundener Steintreppe
Steinernes Geländer einer Kanzeltreppe mit filigranem gotischem Maßwerk
Nahaufnahme eines steinernen Kanzelgeländers mit plastisch gearbeiteten Tierfiguren
Steinerne Hundefigur auf der Brüstung einer gotischen Kanzel vor einem unscharfen Kirchenfenster
Gotische Steinkanzel im Stephansdom mit kunstvollem Maßwerk, Treppenaufgang und plastischen Reliefbüsten

Kanzelfuß

Der Kanzelfuß erhebt sich wie eine steinerne Blüte aus dem Boden des Doms. Säulen und Figuren tragen die Konstruktion und symbolisieren die Heiligen und Apostel als Fundament des christlichen Glaubens.

Die vier Kirchenväter

Die vier lateinischen Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Gregor und Hieronymus blicken vom Kanzelkorb auf die Gläubigen herab. Sie stehen für Gelehrsamkeit, Glaubensverkündigung und die Weitergabe des christlichen Wissens.

Kanzeltreppe

Sechzehn Stufen führen zur Kanzel hinauf. Das Geländer mit seinen neun ornamentalen Rädern verweist auf die Dreifaltigkeit und die irdische Welt. Der Aufstieg symbolisiert den Weg vom Irdischen hin zur Verkündigung des Wortes Gottes.

Echsen & Kröten

Am Treppengeländer sind Schlangen, Kröten, Eidechsen und andere Tiere dargestellt. Sie symbolisieren den Kampf zwischen Gut und Böse. Die Eidechse verkörpert das Gute, Kröten und Schlangen das Böse.

Hündchen ohne Furcht

Am oberen Ende der Kanzeltreppe wacht ein kleiner Hund, das sogenannte „Hündchen ohne Furcht“. Es symbolisiert Wachsamkeit und Treue und soll das Böse von der Kanzel fernhalten.

Gotisches Maßwerk

Das gotische Maßwerk prägt mit filigranen Steinornamenten und geometrischen Formen das Erscheinungsbild der Kanzel. Charakteristisch sind Spitzbögen sowie Kreis-, Drei- und Vierpassformen, die sich zu symmetrischen Mustern verbinden.

All-Inclusive-Ticket

Ein Ticket. Alle Highlights: Südturm, Nordturm, Katakomben-Führung und Domrundgang mit Audioguide. Sichern Sie sich mit dem All-Inclusive-Ticket Eintritt zu allen Erlebnissen im Stephansdom.

Führungen

Geführte Entdeckungsreisen durch den Dom, die Katakomben oder den Dachboden. Unsere Domführer erzählen Ihnen spannende Hintergründe zum Stephansdom.

Kirchenraum-Ticket

Das Einzelticket für den Innenraum des Stephansdoms können Sie direkt am Ticketschalter im Dom kaufen.

Häufig gestellte Fragen zur Kanzel

Muss ich ein Ticket kaufen, um die Kanzel zu besichtigen?

Um die Kanzel aus der Nähe besichtigen zu können, benötigen Sie ein Ticket. Der Zugang ist entweder mit dem All-Inclusive-Ticket oder dem Kirchenraum-Einzelticket möglich.

All-Inclusive-Ticket kaufen

Kann ich die Kanzel im Stephansdom bei einer Führung besichtigen?

Ja, die Kanzel kann im Rahmen einer Domführung besichtigt werden. Die Führungen werden regelmäßig in deutscher und englischer Sprache angeboten.

Zu den Führungen

Was ist der Fenstergucker?

Der „Fenstergucker“ ist eine berühmte Steinbüste an der Kanzel des Stephansdoms. Die Figur blickt neugierig aus einer steinernen Öffnung und gilt als eines der bekanntesten Details im Kirchenraum. Viele sehen in ihr ein Selbstporträt des Dombaumeisters Anton Pilgram, auch wenn diese Zuschreibung historisch nicht gesichert ist. Gemeinsam mit der Legende vom „Hansl“ zählt der Fenstergucker zu den beliebtesten Wahrzeichen des Stephansdoms.

Mehr zum Fenstergucker

Wer hat die Kanzel im Stephansdom gebaut?

Die Kanzel des Stephansdoms wird traditionell dem spätgotischen Baumeister und Bildhauer Anton Pilgram zugeschrieben. Ob er tatsächlich ihr Schöpfer war, ist jedoch umstritten. Heute geht die Forschung eher davon aus, dass die Kanzel von einem Meister aus dem Umfeld des Bildhauers Niclaes Gerhaert van Leyden geschaffen wurde.

Mehr Highlights im Stephansdom entdecken

Erkunden Sie die berühmtesten Sehenswürdigkeiten und Kunstwerke des Stephansdoms.

Barocker Hochaltar im Stephansdom mit großem Altarbild, Skulpturen und Blumenschmuck vor bunten Glasfenstern

Hochaltar

Kunstvoller barocker Hochaltar aus Marmor. Abgebildet ist die Steinigung des heiligen Stephanus, bekrönt von einer Marienstatue.

Erlebnis
3 von 5 Punkten
Fotos
4 von 5 Punkten
Geschichte
3 von 5 Punkten
Spiritualität
5 von 5 Punkten
Barrierefrei
Ja
Riesentor Stephansdom Seitenansicht

Riesentor

Hauptportal in den Dom im Stil der Spätromanik. Einer der ältesten noch erhaltenen Teile des Doms.

Erlebnis
3 von 5 Punkten
Fotos
4 von 5 Punkten
Geschichte
5 von 5 Punkten
Spiritualität
2 von 5 Punkten
Barrierefrei
Ja
Nordturm des Stephansdoms mit grünem Turmhelm neben dem bunt gemusterten Ziegeldach

Nordturm

Aussichtsplattform mit Blick auf das bunte Ziegeldach des Stephansdoms. Heimat der Pummerin, der größten Glocke Österreichs. Auffahrt mit Aufzug.

Erlebnis
5 von 5 Punkten
Fotos
5 von 5 Punkten
Geschichte
3 von 5 Punkten
Spiritualität
1 von 5 Punkten
Barrierefrei
Eingeschränkt
Spätgotischer Orgelfuß aus Stein an der Kirchenwand mit kunstvollem Rippengewölbe, Skulpturen und barockem Altar

Orgelfuß

Wo einst eine Schwalbennestorgel erklang, beeindruckt heute ihr kunstvoll gestalteter Orgelfuß – ein Meisterwerk Anton Pilgrams.

Erlebnis
4 von 5 Punkten
Fotos
4 von 5 Punkten
Geschichte
5 von 5 Punkten
Spiritualität
3 von 5 Punkten
Barrierefrei
Ja