
Der Hochaltar des Stephansdoms
Als barocke Pracht Einzug in die Gotik hielt
Eine „Zeitenwende“ markiert der Hochaltar in der langen Baugeschichte des Stephansdoms: Mit ihm hielt Mitte des 17. Jahrhunderts der Barock Einzug in den gotischen Kirchenraum. Architektur, Skulptur und Malerei vereinen sich zu einem Gesamtkunstwerk, das nahezu die gesamte Höhe des Chorraumes einnimmt.

Wo im Dom befindet sich der Hochaltar?
Der Hochaltar steht ganz im Osten des Stephansdoms, am Ende des lang gestreckten Mittelschiffs. Schon beim Betreten des Doms durch das Hauptportal kann man ihn dort erblicken.
Geschichte und Architektur des Hochaltars
Entstehung
Der frühere gotische Flügelaltar war bereits stark vom Holzwurm angegriffen. Zwei Brüder machten sich in der Folge an die Gestaltung des heutigen Hochaltars: Der Steinmetz und Bildhauer Johann Jakob Pock und der Maler Tobias Pock. Den Auftrag dazu gab Fürstbischof Philipp Friedrich Graf Breuner. In der Zeit der Gegenreformation setzte er gezielt auf die emotionale Kraft des aufkommenden Barock. Im Jahr 1647 wurde der Altar geweiht.
Gesamteindruck
Die frühbarocke Architektur des Altars ist als Himmelspforte – als „Porta Coeli“ – ausgeführt: Dunkle Marmorsäulen und -flächen leiten den Blick vom Altartisch über das Martyrium hinauf zu lichten Höhen.
Aufbau
Im Zentrum steht das Altarbild mit dem Martyrium des Heiligen Stephanus vor den Mauern von Jerusalem. Es ist 28 m² groß und auf Zinnplatten gemalt. Während unten die Steinigung des Märtyrers dargestellt ist, öffnet sich über ihm der Himmel.
Die Altarplatte aus Adneter Marmor mit Stützen aus schwarzem polnischem Marmor ist schon aufgrund ihrer Größe bemerkenswert. Die flankierenden Figuren des Hochaltars sind ebenfalls aus Marmor gefertigt. Sie stellen die Pestheiligen und Landespatrone dar, weiter oben Bischöfe und krönend an der Spitze die Gottesmutter.
Häufig gestellte Fragen zum Hochaltar
Muss ich ein Ticket kaufen, um den Hochaltar zu besichtigen?
Um den Hochaltar aus der Nähe besichtigen zu können, benötigen Sie ein Ticket. Der Zugang ist entweder mit dem All-Inclusive-Ticket oder dem Kirchenraum-Einzelticket möglich.
Kann ich den Hochaltar im Stephansdom bei einer Führung besichtigen?
Ja, der Hochaltar kann im Rahmen einer Domführung besichtigt werden. Die Führungen werden regelmäßig in deutscher und englischer Sprache angeboten.
Welche Reliquie befindet sich im Hochaltar?
Unter der Altarplatte (Mensa) des Hochaltars ruht eine der wertvollsten Reliquien des Stephansdoms: das Cranium (Hirnschale) des Heiligen Stephanus. Sie war ursprünglich in Wetzlar verwahrt. Als dort das Luthertum die Vorherrschaft übernahm, ließ Kaiser Leopold I. die Reliquie um 1660 nach Wien bringen. Sie ist in einen kunstvoll ziselierten Behälter gebettet.
Woher stammte der Marmor für den Hochaltar?
Für hochwertigen Marmor nahm man weite Transportwege in Kauf. So wurden etwa Marmor aus Polen, der Steiermark und Süditalien verbaut. Teilweise kam es zu Lieferschwierigkeiten. So reiste der Steinmetz und Bildhauer Johann Jacob Pock persönlich nach Sterzing (Süditalien), um die bestellten Marmorblöcke nach Wien zu bringen.








