Archivunterlagen, Bücher und Dokumente aus dem Domarchiv St. Stephan

Domarchiv St. Stephan

Gedächtnis des Stephansdoms

Das Domarchiv zu St. Stephan bewahrt Matriken, Urkunden, Inventare und andere historische Schriftquellen zur Geschichte des Stephansdoms.

Archiv des Glaubens

Seit über 800 Jahren ist der Stephansdom das geistige Herz Wiens. Unzählige Menschen wurden hier getauft, verheiratet und begraben, haben gebetet und gefeiert. Das Domarchiv dokumentiert die Spuren dieser lebendigen Geschichte.

Schätze aus dem Archiv

Mozarts Begräbnisabrechnung, das älteste Matrikenbuch Österreichs, ein Original des Heiltumsbuches oder die Totenpredigt für Kaiserin Maria Theresia – das Domarchiv bewahrt nicht nur die Geschichte des Domes, sondern auch jene des ganzen Landes.

Archivunterlagen, Bücher und Dokumente aus dem Domarchiv St. Stephan

Bestände des Domarchivs

Das Domarchiv St. Stephan besteht aus mehreren Beständen.

Matriken

Die ältesten Kirchenbücher (Matriken) Wiens.

Bestand

  • Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1523
  • Bahrleihbücher mit Begräbniskosten (1663–1928)
  • Enthält auch Matriken der Deutschordenskirche, der Franziskanerkirche und der Pfarre St. Florian

Zugang

  • Vollständig digitalisiert bis 1938
  • Vor Ort nicht einsehbar
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Curarchiv

Archiv der (erz-)bischöflichen Cur von St. Stephan.

Bestand

  • Etwa 1.100 Urkunden, darunter prachtvolle Stiftungsurkunden vom 14. bis ins 20. Jahrhundert
  • Seelenmessen, Jahrtage, Stiftungsgelder, Chroniken, Curordnungen, Gottesdienstpläne, Prozessionsordnungen, etc.

Zugang

  • 74 Stiftungsurkunden (1323–1579) sind digitalisiert
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Kunstgut-Inventar

Dokumentation aller Kunstschätze des Stephansdoms.

Bestand

  • Fotos und Beschreibungen aller Altäre, Skulpturen, Bilder, Glocken, liturgischen Gewänder, etc.
  • Ca. 16.000 Fotos mit genauen Beschreibungen der Gegenstände samt Provenienz

Zugang

  • Nur auf Anfrage zugänglich
  • Bildmaterial und Beschreibungen von Kunstgütern werden auf Anfrage bereitgestellt

Archiv des Kirchenmeisteramts

Historische Quellen aus dem Verwaltungsalltag des Stephansdoms.

Bestand

  • Rechnungsbücher, Besoldungsbücher und Verwaltungsakten des Kirchenmeisteramts ab 1709
  • Ausgaben für Restaurierung, liturgische Gewänder, Glocken, etc.

Zugang

  • Nicht digitalisiert, Einsicht auf Anfrage möglich
  • Ältere Akten des Kirchenmeisteramts sind im Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrt

Zerstörung & Wiederaufbau

Spezialarchiv zum Stephansdom-Brand von 1945.

Bestand

  • Originaldokumente vom Brand 1945 sowie vom Wiederaufbau bis 1952 
  • Akten, Pläne, Bautagebücher, Briefwechsel, etc.

Zugang

  • Nicht digitalisiert, Einsicht auf Anfrage möglich

Historisches Musikarchiv

Historisches Musikarchiv von 1700 bis 1960 

Bestand

  • Reste des historischen Musikarchivs, die den Dombrand von 1945 überstanden haben (ca. 600 Signaturen)

Laufendes Projekt
Musik ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Liturgie am Stephansdom. Ein Forschungsprojekt des Domarchivs und der ÖAW widmet sich der Erforschung dieser reichen und bis heute lebendigen Tradition.

Zum historischen Musikarchiv

Archiv des Domkapitels

Archiv des Wiener Domkapitels von der Gründung 1365 bis zur Gegenwart.

Bestand

  • Urkunden, Rechnungsbücher, Protokolle, Codices, Testamente etc.

Zugang

  • Teilweise digitalisiert, nur eingeschränkt zwecks Forschung zugänglich
  • Bestand zum Teil im Diözesanarchiv verwahrt

Pfarrarchiv

Gebrauchsarchiv der Dompfarre. Chroniken geben Aufschluss über das pastorale Leben der territorialen Dompfarre und darüber hinaus.

Bestand

  • Chroniken und Unterlagen der Dompfarre St. Stephan

Zugang

  • Nicht digitalisiert
  • Achtung: Sperrfrist für 60 Jahre, bei manchen Beständen auch länger (laut Archivordnung)

Curhausbibliothek

Die „Donin’sche Curbibliothek“ wurde von Domkurat Ludwig Donin (1810–1876) gestiftet und wird heute vom Domarchiv verwaltet.

Bestand

  • Wertvolle Buchbestände mit ca. 30.000 Bänden, die ältesten aus dem 16. Jahrhundert
  • 150 Jahre alte Bibliothekskästen und originale Registratur

Zugang

  • Nicht öffentlich zugänglich

Aktuelle wissenschaftliche Forschung

Das Domarchiv ist eine wichtige Quelle für die historische Forschung.

Re-Inventarisierung und Erstellung eines Kunstgut-Inventars

Im Auftrag des Domkapitels erstellt das Domarchiv seit 2024 in enger Zusammenarbeit mit dem Referat für Kunst- und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien ein neues Inventar über das Kunstgut der Domkirche St. Stephan.

Urkunden im Domarchiv von St. Stephan

Das Domarchiv umfasst eine Vielzahl verschiedener Urkunden. Dazu zählen insbesondere die Urkunden der Cur von St. Stephan sowie Stiftungsurkunden. Diese erstrecken sich zeitlich vom 14. bis in das frühe 20. Jahrhundert.

Historisches Musikarchiv von St. Stephan

Das historische Musikarchiv des Wiener Stephansdoms umfasst jene Bestände, die den Dombrand von 1945 überstanden haben. Erhalten sind rund 600 Signaturen mit wertvollen Zeugnissen der Musikgeschichte am Stephansdom.

Musik an der Metropolitan- und Domkirche St. Stephan

Seit jeher wird an St. Stephan großer Wert auf die feierliche Gestaltung der Liturgie gelegt. Ein Forschungsprojekt widmet sich dieser reichen und bis heute lebendigen Tradition.

Inschriften von St. Stephan

Der Stephansdom zählt zu den reichsten Inschriftenstandorten im deutschsprachigen Raum. Die Grab- und Bauinschriften werden aktuell in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dokumentiert.

Besonderheiten im Domarchiv

Im Domarchiv zu St. Stephan befinden sich zahlreiche besondere Stücke von großem historischem Wert.

Aufgeschlagenes historisches Sterbebuch mit dem handschriftlichen Eintrag zu Wolfgang Amadeus Mozart

Begräbnisbucheintrag von Wolfgang Amadé Mozart

Wolfgang Amadé Mozart starb am 5. Dezember 1791 in seiner Wohnung im Pfarrgebiet von St. Stephan. Sein Tod wurde am 6. Dezember im Bahrleihbuch (Begräbnisbuch) von St. Stephan eingetragen. Vermerkt sind sein Begräbnis auf dem Friedhof St. Marx, ein gutbürgerliches Begräbnis 3. Klasse sowie ein eigener Leichenwagen.

Gedrucktes Titelblatt der Trauerrede auf Kaiserin Maria Theresia von 1781 mit Frakturschrift und einer Kupferstich-Vignette

Trauerrede für Kaiserin Maria-Theresia

Nach dem Tod prominenter Persönlichkeiten wurden in St. Stephan Leichenpredigten gehalten, die auch gedruckt erschienen. Für Kaiserin Maria Theresia fanden im Jänner 1781 feierliche Exequien statt. Die Predigten des Dompredigers Joseph Schneller veröffentlichte der Hofbuchdrucker Joseph von Kurzbeck in einem großformatigen Druck.

Doppelseite aus dem Wiener Heiltumsbuch von 1502 mit Holzschnitt des Wiener Stephansdoms links und gedrucktem Text der Vorrede rechts

Wiener Heiltumsbuch – Darstellung des noch im Bau befindlichen Nordturms

1502 wurde das sogenannte „Wiener Heiltumsbuch“ als Führer durch den Reliquienschatz von St. Stephan gedruckt.Der Holzschnitt zeigt eine der ältesten Darstellungen der Stephanskirche, aus der ansonsten wenig verwendeten nordnordwestlichen Richtung und mit dem noch im Bau befindlichen Nordturm.

Aufgeschlagenes Hymnar mit Notenzeilen, lateinischem Choraltext und einer kunstvoll verzierten roten Initiale

Hymnar

Das älteste heute im Alten Dommusikarchiv erhaltene Stück ist ein Hymnar, eine Sammlung von Hymnen für die Feste des Kirchenjahres, aus dem späten 17. Jahrhundert. Es wurde laufend um neue Feste und Texte ergänzt.

Handschriftlicher Trauungseintrag von Wolfgang Amadè Mozart und Constanze Weber in einem historischen Kirchenbuch von 1782

Trauungseintrag von Wolfgang Amadé Mozart

Am 4. August 1782 heirateten Wolfgang Amadé Mozart und Constanze Weber in St. Stephan. Ihr lediger Stand wurde durch die Trauzeugen beschworen. Die Berufsbezeichnungen der beiden Väter hatte man „aufgebessert“: Leopold Mozart zum salzburgischen Hofkapellmeister (anstatt Vizekapellmeister) und Fridolin Weber zum „k.k. Hof Musicus“.

Aufgeschlagene historische Handschrift mit Noten und lateinischem Choraltext

Lateinischer Choral

Der lateinische Choral prägte seit den Anfängen von St. Stephan Liturgie und Stundengebet und entwickelte dabei eigene Traditionen. Zu den ältesten Stücken des Alten Musikarchivs zählt eine Sammlung zur feierlichen Ausgestaltung des Stundengebets aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die die damalige Choralpraxis am Dom dokumentiert.

Steinigung des heiligen Stephanus auf einem Holzschnitt neben einer Kalenderseite für Januar aus dem Wiener Heiltumsbuch

Wiener Heiltumsbuch – Darstellung Jahrescurriculum & Steinigung des Hl. Stephanus

Matthäus Heuberger, der Autor des „Wiener Heiltumsbuches“ (1502), war vielfach in St. Stephan engagiert. Daher fügte er diesem Buch auch das in St. Stephan damals übliche Jahrescurriculum der hohen Festtage und Gedenktage an. Diesem gegenübergestellt ist ein Holzschnitt mit der Darstellung der Steinigung des Hl. Stephanus.

Aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener liturgischer Kalendertabelle und lateinischen Notizen in schwarzer und roter Tinte

Vesper-Hymnar

1728 wurde für St. Stephan ein neues Vesper-Hymnar angelegt, das vermutlich den Band aus dem 17. Jahrhundert ersetzte. Besonders bemerkenswert ist eine Tabelle mit den beweglichen Festen der Jahre 1734 bis 1828. Am Ende steht ein lateinischer Spruch, der auf das seltene Zusammentreffen wichtiger Kirchenfeste im Jahr 1829 verweist.

Doppelseite aus dem Wiener Heiltumsbuch: links ein Holzschnitt des Heiltumstuhls mit Menschenmenge, rechts eine Seite mit historischem Drucktext.

Wiener Heiltumsbuch – Darstellung Heiltumsstuhl

Der Holzschnitt zeigt den Heiltumsstuhl von St. Stephan, von dem aus die Reliquien der Kirche dem Wiener Volk öffentlich präsentiert wurden. Bemerkenswert ist, dass die Menschen die Reliquienweisungen nicht nur in frommer Andacht verfolgten, sondern die Zeit rund um den Heiltumsstuhl auch essend und trinkend verbrachten.

Aufgeschlagenes historisches Buch mit handschriftlichen Einträgen auf einem Schreibtisch neben Tastatur und Computermonitor

Archivnutzung

Das Domarchiv steht Forschenden für wissenschaftliche Zwecke offen. Für die Nutzung der Bestände ist eine schriftliche Forschungsanfrage erforderlich.

Für die private Ahnenforschung sind die Matriken des Domarchivs vollständig digitalisiert und online einsehbar. So können Sie bequem von zu Hause aus nach Spuren Ihrer Familiengeschichte suchen.

Archiv nutzen

Publikationen des Domarchivs

Publikationen als Kulturauftrag des Archivs

Im Zuge von Tagungen, Vorträgen und Lehrveranstaltungen sind eine Reihe von Fachartikeln und Monographien zu bestimmten Themen rund um den Stephansdom entstanden. Die folgende Liste stellt die wichtigsten Beiträge und Werke der vergangenen Jahre vor.

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Dateiformat PDF – 296 KB

Kooperierende Archive und Forschungseinrichtungen

Das Domarchiv arbeitet laufend mit Forschungseinrichtungen und Universitäten im In- und Ausland zusammen.

Diözesanarchiv Wien

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Österreichische Nationalbibliothek

Österreichisches Staatsarchiv

Wiener Stadt- und Landesarchiv

Domarchivar

Reinhard H. Gruber, MA

Reinhard H. Gruber mit Brille, Bart und grauem Sakko

Ein Archiv ist eine sprudelnde Quelle des Wissens.

Reinhard H. Gruber hat Theologie in Innsbruck und Wien studiert. Seit 1995 ist er am Stephansdom tätig und seit 2000 Leiter des Domarchivs St. Stephan. Er hat den offiziellen Domführer für St. Stephan verfasst und ist Autor mehrerer Bücher über den Dom.

Neueste Bücher

Der Wiener Stephansdom. Porträt eines Wahrzeichens | Überarbeitete Neuauflage. Das Standardwerk mit allen Infos zur Geschichte des Doms, seinen Kunstwerken und seiner religiösen Botschaft | Tyrolia Verlag | 2024

Seien Sie gegrüßt! Gedanken des Alten Steffl | Wiener Domverlag | 2025

Unterstützen Sie die Bewahrung der Geschichte des Stephansdoms

Der Stephansdom ist ein Ort voller Geschichte und Erinnerungen. Das Domarchiv bewahrt wertvolle historische Dokumente und erforscht die Geschichte des Doms und seiner Menschen. Helfen auch Sie mit, diesen Wissensschatz für kommende Generationen zu erhalten. Ihr Beitrag kommt dem Domarchiv St. Stephan zugute.

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Häufig gestellte Fragen zum Domarchiv

Wie kann ich das Domarchiv zu Forschungszwecken nutzen?

Das Domarchiv steht zu Forschungszwecken offen. Bitte stellen Sie eine möglichst präzise Forschungsanfrage. Nach Prüfung Ihres Anliegens klären wir, welche Bestände für Sie relevant sind. 

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Kann ich im Domarchiv etwas über meine Vorfahren erfahren?

Das Wiener Domarchiv beherbergt eine Vielzahl an Matriken. Darin sind alle Taufen, Eheschließungen und Todesfälle der Dompfarre St. Stephan seit 1523 verzeichnet. Die Matriken sind vollständig digitalisiert. Hier geht es zum Leitfaden für private Ahnenforschung:

Zum Leitfaden für Ahnenforschung

Kann ich das Domarchiv als Privatperson besuchen?

Das Domarchiv ist nur für wissenschaftliche Recherchen zugänglich. Die Räumlichkeiten selbst können nicht besichtigt werden. 

Was sind Matriken?

Matriken sind historische Kirchenbücher. Darin sind alle Taufen, Eheschließungen, Todesfälle und Begräbnisse einer Pfarre verzeichnet. 

Die Matriken des Wiener Stephansdoms sind digitalisiert und hier online einsehbar:

Zu den online Matriken

Kontakt

Für Fragen zum Domarchiv St. Stephan sind wir gerne für Sie da.

Domarchiv St. Stephan

Stephansplatz 3

1010 Wien

MO | 09:00–12:00
MI–DO | 09:00–12:00