Hände bearbeiten ein verziertes Werkstück aus Sandstein mit Meißel und Klüpfel in einer Dombauhütte

Restaurierung des Stephansdoms

Wie die Dombauhütte den Dom bewahrt

Die Wiener Dombauhütte arbeitet laufend an der Restaurierung und Konservierung des Gesamtkunstwerks Stephansdom. Mit jahrhundertealten Steinmetztechniken und modernstem Fachwissen sorgt sie für den sicheren Erhalt des Doms – präventiv, vorausschauend und mit großem Respekt vor über 800 Jahren Baugeschichte.

Aktuelle Restaurierungsarbeiten am Stephansdom

In diesen Bereichen des Stephansdoms ist die Dombauhütte aktuell tätig.

Südturm und gemustertes Ziegeldach des Stephansdoms über den Dächern von Wien
Blick von oben auf die Westfassade des Stephansdoms mit dem zur Restaurierung verkleideten Riesentor und Passanten auf dem Platz
Baugerüst vor den gotischen Ziergiebeln und dem bunt gemusterten Ziegeldach der Nordfassade
Eingerüstete Heiligenfiguren der Maria Magdalena und Elisabeth oder Dorothea an der Nordfassade im Kirchenraum
Restaurierungsarbeiten der Dombauhütte an der Ikone am Maria Pócs Altar

Südturm wieder gerüstfrei

Nach langjährigen Restaurierungsarbeiten ist die Restaurierung des Südturms abgeschlossen. Seit Herbst 2025 ist Wiens höchster Kirchturm wieder vollständig gerüstfrei.

Restaurierung des Riesentors

Zum Erhalt der romanischen Bausubstanz werden Salz- und Feuchtigkeitsschäden behoben und empfindliche Steinbereiche geschützt. Zudem werden mittelalterliche Farbreste konserviert. Die Arbeiten sollen im Herbst 2026 abgeschlossen sein.

Arbeiten an der Nordfassade

Die Restaurierung der Nordfassade des Langhauses wird weitergeführt. Schwarze Hinterfüllungen werden entfernt und Risse saniert. Die umfangreichen Arbeiten werden sich voraussichtlich noch über mehrere Jahre erstrecken.

Skulpturen im Kirchenraum

An der Nordwand im Innenbereich des Doms werden derzeit drei Skulpturen restauriert: der auferstandene Christus, Maria Magdalena sowie eine als Elisabeth oder Dorothea gedeutete Heiligenfigur. Der Abschluss ist bis Advent 2026 geplant.

Restaurierung der Ikone

Die Ikone am Maria-Pócs-Altar wird derzeit restauriert und konserviert. Die Arbeiten an dem bedeutenden Gnadenbild sollen rechtzeitig zum Jubiläum im November 2026 abgeschlossen sein.

Steinmetz bearbeitet ein verziertes Werkstück aus Sandstein mit einem Meißel in der Werkstatt

Die Arbeit der Dombauhütte

Seit dem Mittelalter begleitet die Wiener Dombauhütte den Bau und Erhalt des Stephansdoms. Was einst als Bauhütte begann, entwickelt sich über die Jahrhunderte zu einem Zentrum für Denkmalpflege – mit dem Ziel, den Dom für kommende Generationen zu bewahren.

Meilensteine der Restaurierung

1590

Erdbeben

Die erste große Restaurierung des Stephansdoms erfolgt 1590 nach dem „Neulengbacher Beben“ – dem stärksten Erdbeben in der Geschichte Österreichs. 

1683

Türkenbelagerung

Schäden durch Kanonenbeschuss erfordern umfassende Arbeiten. Als Mahnmal werden Kanonenkugeln mit Jahreszahl sichtbar in das Mauerwerk eingesetzt.

1805–1809

Napoleonische Kriege

Bombenschäden führen zu systematischen Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten.

19. Jahrhundert

Moderne Denkmalpflege

Die Dombauhütte wird neu organisiert und widmet sich bis heute der ständigen, präventiven Erhaltung des Stephansdoms. Unter den Baumeistern Paul Sprenger, Leopold Ernst und Friedrich von Schmidt wird der Südturm restauriert. 

1945–1952

Der große Brand

In den letzten Kriegstagen steht der Stephansdom in Flammen. Das Dach brennt fast vollständig ab. 45 Prozent der Bausubstanz werden zerstört. Das neue Dach ist bereits 1950 in Rekordzeit fertiggestellt. 1952 erfolgt die feierliche Wiedereröffnung. 

1976–1998

Nordturm

Über zwei Jahrzehnte wird der unvollendete Nordturm umfassend saniert.

1993–2011

Westwerk

Die gesamte Westfassade mit dem Riesentor und den romanischen Heidentürmen wird in mehreren Etappen restauriert.

2000–2025

Südturm

Die stufenweise Restaurierung des Südturms beginnt – von der Spitze bis zum Fundament. Im Herbst 2025 ist die Renovierung des Südturms abgeschlossen.

Bearbeitetes gotisches Werkstück aus Sandstein auf einer Werkbank in der Dombauhütte

Ihre Spende für den Erhalt des Stephansdoms

Unterstützen Sie die Erhaltung und Restaurierung des Stephansdoms mit einer Spende an den Domerhaltungsverein.

Als der Stephansdom brannte

Der Stephansdom-Brand 1945

Am 11. April 1945 steht der Stephansdom in Flammen. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs geraten Gebäude rund um den Stephansplatz in Brand. Funken springen auf das Dach des Doms über. Der mittelalterliche Dachstuhl aus Lärchenholz brennt fast vollständig ab. Das Feuer zerstört nicht nur das Dach, sondern auch das spätgotische Chorgestühl, die Domorgel und Teile des Südturms. Die alte Pummerin stürzt ab und zerbricht.

Keine Bombe, sondern ein Funke

Der Stephansdom wurde nicht gezielt bombardiert. Vielmehr wurde das Feuer durch Funkenflug von umliegenden Gebäuden ausgelöst. Die genaue Ursache dafür ist bis heute nicht geklärt – ein Erklärungsansatz geht von Plünderungen aus. Sicher ist jedoch: Der Brand war eine tragische Folge der Kriegswirren.

Der große Wiederaufbau nach 1945

Kurz nach Kriegsende beginnt der Wiederaufbau. Statt des alten Holzdachstuhls wird eine moderne Konstruktion aus Stahl errichtet – in Form und Höhe dem historischen Dach nachempfunden. 1950 ist das neue Dach fertig eingedeckt. Ab 1952 steht der gesamte Kirchenraum wieder für Gottesdienste zur Verfügung. Doch bis heute werden Schäden von 1945 behoben. 

Die feierliche Wiedereröffnung 1952

Am 26. April 1952 wird der Stephansdom feierlich wiedereröffnet. Durch Spendenaktionen und Hilfe aus ganz Österreich gelingt der Wiederaufbau in nur sieben Jahren. An diesem Festtag trifft auch die neue Pummerin in Wien ein – gegossen aus den Resten der zerstörten Glocken. Der Tag wird zu einem großen Fest für ganz Wien.

Kurze Geschichte des Stephansdoms

Seit über 800 Jahren ist der Stephansdom das Herz der Stadt Wien. Jede Epoche hat ihre eigenen Spuren hinterlassen. 

Vermutete Ansicht der romanischen Stephanskirche aus dem Buch Beschreibung der Metropolitankirche zu St. Stephan von Joseph Ogesser Wien 1779
Großer Stiftsbrief des Herzogs Rudolf IV., ausgestellt 1365 zur Ausstattung des Kollegiatkapitels St. Stephan
Fotografie der alten Pummerin im Südturm 1711
Blick vom Nordturm auf die Ruinen des Stephansdoms nach dem Dombrand 1945

Romanischer Bau

1137 wird die erste Stephanskirche errichtet. Von ihr sind nur noch wenige Reste erhalten. 1210 entsteht ein zweiter romanischer Bau. Das Westwerk mit dem Riesentor und den Heidentürmen ist heute der älteste erhaltene Teil des Doms.

Gotischer Bau

1433 wird der Südturm vollendet. Mit 137 Metern ist er das damals höchste Gebäude Europas. 1450 beginnen die Arbeiten am Nordturm, werden aber später eingestellt. Der Turm ist bis heute unvollendet.

Türkenbelagerung & Katakomben

1683 wird der Dom während der Türkenbelagerung durch Kanonenkugeln beschädigt. Aus den Kanonen wird später die Pummerin gegossen. 1732 werden die Katakomben unter dem Dom erbaut. Hier sind rund 12.000 Menschen beigesetzt.

Dombrand

1945 brennt der Dachstuhl vollständig aus. 45 Prozent der Bausubstanz sind zerstört. Ursache ist ein Feuer, das durch Funken auf den Dom übergreift. 1950 wird der neue Dachstuhl fertiggestellt, der Stephansdom wird feierlich wiedereröffnet.

Heute

Heute sind regelmäßig zeitgenössische Kunstinstallationen am Stephansdom zu erleben. Gleichzeitig prägen umfangreiche Renovierungsprojekte den Dom: 2023 wird die Restaurierung des südlichen Langhauses, 2025 jene des Südturms abgeschlossen.

Häufig gestellte Fragen zur Restaurierung

Warum brannte der Stephansdom 1945?

Der Brand entstand vermutlich nicht direkt durch Kriegshandlungen. Der Stephansdom selbst wurde nicht von Bomben getroffen. Vielmehr sprangen Funken von anderen Gebäuden auf das Dach des Stephansdoms über. Die genaue Ursache für den Brand am Stephansplatz ist bis heute nicht endgültig geklärt. Sicher ist aber: Der Brand war eine tragische Folge der Kriegswirren.

Woher kommen die Steine für die Restaurierung?

Der Stephansdom wurde aus Kalksandstein erbaut. Der Großteil der Steine stammt aus dem Leithagebirge, insbesondere aus Mannersdorf und Au. Dies belegen historische Rechnungen des Kirchenmeisteramts.

An der Vorderhalle des Singertors kam Mannersdorfer Algenkalk zum Einsatz. Die Dienstbotenmadonna wurde aus Atzgersdorfer Kalksandstein gefertigt. 

Für die Restaurierung des Stephansdoms verwendet die Dombauhütte nach Möglichkeit dieselben Natursteine wie beim historischen Bau. Je nach Bauteil werden auch andere geologisch passende Natursteine eingesetzt, um Material, Farbe und Eigenschaften des ursprünglichen Gesteins möglichst genau zu erhalten.

Warum ist am Stephansdom immer ein Gerüst?

Die Erhaltung eines über 800 Jahre alten Bauwerks erfordert ständige Aufmerksamkeit. Dass oft ein Gerüst am Stephansdom zu sehen ist, ist ein gutes Zeichen. Die Dombauhütte erkennt Schäden frühzeitig und saniert laufend. Diese präventiven Arbeiten gelten als Goldstandard in der Denkmalpflege.

Kontakt

Bei Fragen zur Restaurierung des Stephansdoms wenden Sie sich bitte an das Dombausekretariat.

Porträt von Daniela Tollmann mit Brille und gemustertem Schal

Daniela Tollmann

Dombausekretariat

Mehr Wissenswertes über den Stephansdom

Archivunterlagen, Bücher und Dokumente aus dem Domarchiv St. Stephan

Domarchiv

Das Domarchiv St. Stephan bewahrt und erforscht historische Dokumente, Matriken und Inventarlisten aus dem Stephansdom.

Steinrelief eines Mannes mit Kappe, der aus einer Fensteröffnung blickt und einen Zirkel in den Händen hält

Sagen & Legenden

Rund um den Stephansdom ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Sie erzählen von kleinen Teuferln, wundersamen Marienbildern und dem Kampf zwischen Gut und Böse.

Stephansdom Aussenansicht nach dem Dombrand 1945

Geschichte

Seit über 800 Jahren ist der Wiener Stephansdom das Herz der Stadt Wien. Jede Epoche hat ihre eigenen Spuren hinterlassen.

Reliquiar des Heiligen Gregor von Nazianz mit bekröntem Schädel in einem reich verzierten, vergoldeten Schrein

Domschatz

Bewundern Sie den Domschatz von St. Stephan im Dommuseum Wien – direkt am Stephansplatz neben dem Dom.