
Wo im Dom befindet sich der Wiener Neustädter Altar?
Der Wiener Neustädter Altar befindet sich im nördlichen Seitenschiff des Stephansdoms. Nach dem Eingang durch das Riesentor wendet man sich nach links und durchquert der Länge nach das nördliche Seitenschiff. An dessen Ende, im sogenannten Frauenchor, hat man den Wiener Neustädter Altar erreicht.
Geschichte und Architektur des Wiener Neustädter Altars
Entstehung
Der Name verrät es bereits: Angefertigt wurde der Altar um 1447 für das Zisterzienserkloster („Neukloster“) in Wiener Neustadt. Er gilt als Stiftung des späteren Kaisers Friedrich III., dessen monumentales Grabmal sich heute gegenüber im Apostelchor befindet. Namentlich ist der „Meister des Friedrichsaltars“ nicht überliefert. Nachdem das Neukloster infolge erheblicher finanzieller Schwierigkeiten zum Verkauf des Altars gezwungen war, wurde der Wiener Neustädter Altar 1884 vom Wiener Domerhaltungsverein erworben und in den Wiener Stephansdom überführt.
Gesamteindruck
Die Menschen des Spätmittelalters haben den Wiener Neustädter Altar wohl als „multimediale“ Sensation erlebt: Architektur, Malerei, Skulptur, Relief, Vergoldung und Reliquienverehrung verbinden sich zu einer überwältigenden Erzählung. Stilistisch steht der Altar noch ganz in der Bildtradition des Spätmittelalters.
Aufbau
Mit seinen zwei Paaren beweglicher Flügel hat der Wiener Neustädter Altar in früheren Zeiten eine „liturgische Dramaturgie“ entfaltet. Sie führte von den Heiligen und ihrer Gemeinschaft zu Maria und Christus und schließlich zur Dreifaltigkeit.
An gewöhnlichen Tagen sah man bei geschlossenen Flügeln ausschließlich gemalte Figuren. An Sonntagen wurden die beiden äußeren Flügel geöffnet: 16 Tafeln eröffneten eine reiche Bilderwelt mit Aposteln und Heiligen.
Heute ist der Wiener Neustädter Altar das ganze Jahr hindurch in seiner Festtagsansicht zu sehen: Alle Flügel sind geöffnet, und die farbig gefassten, teils vergoldeten Skulpturen und Reliefs sind sichtbar. Nur während der Fasten- und Adventzeit wird er einmal geschlossen, sodass die Sonntagsansicht sichtbar wird; in der Karwoche bleibt er vollständig geschlossen und zeigt die Werktagsansicht.
Häufig gestellte Fragen zum Wiener Neustädter Altar
Muss ich ein Ticket kaufen, um den Wiener Neustädter Altar zu besichtigen?
Um den Wiener Neustädter Altar aus der Nähe besichtigen zu können, benötigen Sie ein Ticket. Der Zugang ist entweder mit dem All-Inclusive-Ticket oder dem Kirchenraum-Einzelticket möglich.
Kann ich den Wiener Neustädter Altar bei einer Führung besichtigen?
Ja, der Wiener Neustädter Altar kann im Rahmen einer Domführung besichtigt werden. Die Führungen werden regelmäßig in deutscher und englischer Sprache angeboten.
Was machte Flügelaltäre so populär?
Spätestens in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen Flügelaltäre breit in Mode. 38 davon gab es ursprünglich im Stephansdom. Über das Öffnen und Schließen ihrer Flügel im Rhythmus des Kirchenjahres boten sie viel Stoff zum Betrachten und erzählten ganze Geschichten. Zu dieser Zeit konnten die meisten Menschen noch nicht lesen. Auf diese Weise wurde es möglich, Motive der Heilsgeschichte mit ihren Zusammenhängen zu vermitteln.
Woher stammt der Name Wiener Neustädter Altar?
Wiener Neustadt, 50 Kilometer südlich von Wien, war Residenzstadt Kaiser Friedrichs III. Signiert mit seinem Wahlspruch A.E.I.O.U. hat er den Altar dem dortigen „Neukloster“ gestiftet. Nachdem das Kloster an den Wiener Domerhaltungsverein übergegangen war, wurde der Altar 1884 in den Stephansdom gebracht.
Wie präsent war der Wiener Neustädter Altar in der Geschichte des Stephansdoms?
Visuell war der Altar ursprünglich noch präsenter als heute: Mit dem filigranen Gesprenge, das über die Jahrhunderte verloren gegangen ist, hat er eine Höhe von fast zehn Metern erreicht. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs diente er vorübergehend sogar als Hochaltar. Von 1986 bis 2004 wurde er umfassend restauriert.











