
Die Legende der Dienstbotenmuttergottes
Wie kam es, dass dieses gotische Meisterwerk zur Schutzfigur einfacher Hausangestellter wurde? Die Legende dazu ist herzergreifend.
Die namensgebende Legende
Verschwundener Schmuck
Eine reiche Wiener Gräfin vermisste eines Tages ein wertvolles Schmuckstück. Sie suchte danach, konnte es aber nirgends finden. Schnell fiel ihr Verdacht auf eine junge Magd, die in ihrem Haushalt diente. Für die Herrin stand fest: Das Mädchen hatte den Schmuck gestohlen.
Böser Verdacht
Die Magd beteuerte ihre Unschuld, doch die Gräfin glaubte ihr nicht. In ihrer Not wandte sich das Mädchen an eine Marienfigur in der Hauskapelle. Vor der Muttergottes kniete sie nieder und bat um Hilfe.
Schließlich wurde der Haushalt durchsucht – und das vermisste Schmuckstück fand sich bei einem anderen Bediensteten. Die Unschuld der Magd war erwiesen.
Stiftung
Die Gräfin erkannte, dass sie ihre Magd zu Unrecht beschuldigt hatte. Aus Reue und Dankbarkeit schenkte sie die Statue der Muttergottes dem Stephansdom. Dort wird sie seither als Dienstbotenmuttergottes verehrt – zur Erinnerung an die Magd, die bei ihr in größter Bedrängnis Hilfe gesucht hatte.

Die Dienstbotenmuttergottes - Ein Hauptwerk der Gotik
Sie gehört zu den ältesten und kunsthistorisch bedeutendsten Skulpturen des Stephansdoms. Ihre Entstehung geht auf das frühe 14. Jahrhundert zurück – die Datierungen schwanken etwa zwischen 1280 und 1325.
Die Dienstbotenmuttergottes gilt als Hauptwerk der österreichischen Hochgotik. Heute steht sie an einem Wandpfeiler an der Ecke von Apostelchor und Südturmhalle.
Wo im Dom befindet sich die Dienstbotenmuttergottes?
Die Dienstbotenmuttergottes befindet sich im rechten (südlichen) Seitenschiff des Stephansdoms, etwas mehr als auf halber Länge des Doms. Die Dienstbotenmuttergottes ist dort als Marienbildstock mit Kerzenplatz leicht zu finden.






