
Grabmäler im Stephansdom
Ein Ort der ewigen Ruhe
Rund 140 teils monumentale Grabmäler im Innenraum und an der Außenfassade des Doms sind erhalten. Gebeine in den Katakomben erinnern an etwa 12.000 Menschen, die im Stephansdom bestattet wurden.
Wo im Dom befinden sich das Friedrichsgrab und der Rudolfskenotaph?
Vom Eingang durch das Riesentor führt der Weg zum gegenüberliegenden, östlichen Ende des Kirchenraums. Rechts vom Hochaltar im südlichen Seitenchor befindet sich das Friedrichsgrab Kaiser Friedrichs III. Links vom Hochaltar im nördlichen Seitenchor, rechts neben dem Wiener Neustädter Altar, steht der Rudolfskenotaph, das Ehrengrab Herzog Rudolfs IV., des „Stifters“.

Geschichte und Architektur des Friedrichsgrabs
Entstehung
Sein Grabmal hat Kaiser Friedrich III. (1415–1493) noch zu seinen Lebzeiten in Auftrag gegeben. Gearbeitet wurde daran über Jahrzehnte. Die monumentale Deckplatte stammt von Niclaes Gerhaert van Leyden. Nach dem Tod des Kaisers im Jahr 1493 haben andere Meister die Arbeit weitergeführt. Die feierliche Beisetzung des Kaisers im vollendeten Hochgrab erfolgte zwanzig Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1513.
Gesamteindruck
Das Hochgrab besteht aus rötlichem Adneter Marmor aus dem heutigen Bundesland Salzburg. Die mächtige Deckplatte zeigt Friedrich III. im kaiserlichen Ornat mit Krone, Reichsapfel und Zepter. Das Zepter trägt das rätselhafte Zeichen A.E.I.O.U. Rund um den Kaiser erscheinen die Wappen seiner Herrschaftsgebiete. An den Seiten des Hochgrabs und an der steinernen Balustrade sind Hunderte Figuren dargestellt. Neben Aposteln, Heiligen und Mönchen wird auch auf Friedrichs fromme Werke und Stiftungen verwiesen.
Bedeutung
Das Friedrichsgrab gilt als herausragendes Kaisergrabmal nördlich der Alpen. Es zählt auch zu den bedeutendsten Werken spätmittelalterlicher Bildhauerei im deutschsprachigen Raum. Bemerkenswert sind die außergewöhnliche plastische Qualität und die lebendige, ausdrucksstarke Gestaltung der Figuren.

Geschichte und Architektur des Rudolfskenotaphs
Entstehung
Der Habsburger Rudolf IV. (1339–1365) war der Stifter von St. Stephan. Seine sterblichen Überreste wurden an anderer Stelle in der Herzogsgruft des Doms bestattet. Das Grabmal ist somit ein Kenotaph, ein „Scheingrab“. Die Schöpfer des Kenotaphs sind nicht namentlich bekannt. Die Forschung geht davon aus, dass Hochgrab, Deckplatte und Liegefiguren zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind.
Gesamteindruck
Im Mittelpunkt des Grabmals stehen die beiden überlebensgroßen Liegefiguren von Rudolf IV. und seiner Frau Katharina von Böhmen. Sie bestehen aus hellem Kalksandstein und liegen auf einer Deckplatte aus Marmor. Beide tragen festliche höfische Kleidung, und ihre Augen sind geöffnet. Rudolf trägt den charakteristischen Erzherzogshut. Dieser war Ausdruck des hohen Ranges, den er für die Habsburger beanspruchte. Interessant sind die gotischen Arkaden an den Seiten des Grabmals: ursprünglich saßen dort kleine Figuren.
Bedeutung
Der Rudolfskenotaph zählt zu den bedeutendsten österreichischen Fürstengrabmälern des Spätmittelalters. Früher war es auch mit einem Baldachin, zahlreichen Figuren und wertvollen Ornamenten versehen. Diese sind im Lauf der Jahrhunderte verloren gegangen. Das Grabmal erscheint nicht nur als Totengedenken, sondern auch als ein Ausdruck umfassender fürstlicher Repräsentation.
Häufig gestellte Fragen zu den Grabmälern im Dom
Muss ich ein Ticket kaufen, um die Grabmäler zu besichtigen?
Um die Grabmäler im Kirchenraum beziehungsweise in den Katakomben aus der Nähe besichtigen zu können, benötigen Sie ein Ticket. Der Zugang zu allen Grabmälern ist mit dem All-Inclusive-Ticket möglich. Die Grabmäler im Kirchenraum können auch mit dem Kirchenraum-Einzelticket besichtigt werden.
Kann ich die Grabmäler im Stephansdom bei einer Führung besichtigen?
Ja, die Grabmäler im Kirchenraum und in den Katakomben können im Rahmen einer Domführung oder einer Katakombenführung besichtigt werden. Die Führungen werden regelmäßig in deutscher und englischer Sprache angeboten.
Was ist ein Kenotaph?
Ein Kenotaph ist ein Grabdenkmal für einen Verstorbenen, in dem der Leichnam jedoch nicht bestattet ist. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „leeres Grab“.
Wie viele Gräber gibt es im Stephansdom?
Im Innenraum und an der Außenfassade des Stephansdoms sind rund 140 Grabmäler erhalten. Dazu kommen die Gebeine von rund 12.000 bestatteten Menschen in den Katakomben. Wo heute der Stephansplatz liegt, befand sich jahrhundertelang der Friedhof von St. Stephan. Nach seiner Schließung 1732 wurden die Verstorbenen bis 1783 in unterirdischen Grüften – den Katakomben – bestattet.

















