
Das Riesentor des Stephansdoms
Ein Tor voller Geschichte
Das Riesentor zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauteilen des Wiener Stephansdoms. Seine kunstvollen Reliefs und Figuren erzählen von Glauben, Geschichte und der jahrhundertelangen Bedeutung des Doms als Wahrzeichen Wiens.

Wo befindet sich das Riesentor?
Das Riesentor befindet sich an der Westfassade des Stephansdoms und ist direkt vom Stephansplatz aus zugänglich. Es bildet das Hauptportal des Doms und zählt zu den ältesten und bedeutendsten Bauteilen des Kirchenbaus.
Geschichte und Architektur des Riesentors
Entstehung
Das Riesentor bildet seit mehr als 875 Jahren den monumentalen Haupteingang des Stephansdoms. Es entstand im Zuge des Baus der ersten romanischen Pfarrkirche St. Stephan und zählt zu den bedeutendsten romanischen Portalanlagen Österreichs.
Das aus Kalksandstein errichtete Portal wird in die Zeit um 1230/1240 datiert. Während große Teile des mittelalterlichen Kirchenbaus im Lauf der Jahrhunderte verändert oder neu errichtet wurden, blieb das Riesentor als bedeutendes Zeugnis der Romanik erhalten. Als nach dem verheerenden Stadtbrand von 1258 weite Teile der Kirche erneuert werden mussten, integrierte man das Portal in den Neubau des Doms.
Namensgebung
Sprachwissenschaftlich lässt sich der Name auf die mittelalterliche Bezeichnung „Ristor“ beziehungsweise auf das mittelhochdeutsche Wort „risen“ zurückführen, das „sinken“ oder „fallen“ bedeutet. Damit wird die besondere Bauform des Trichterportals beschrieben: Seine gestuften Seiten verengen sich nach innen und lenken den Blick direkt in den Dom. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde das Portal die Besucherinnen und Besucher förmlich in den Kirchenraum hineinziehen.
Neben dieser wissenschaftlichen Erklärung existiert eine weit verbreitete Legende. Beim Bau oder bei späteren Arbeiten soll in der Nähe des Doms ein großer Knochen gefunden worden sein. Die Menschen des Mittelalters deuteten diesen Fund als Überrest eines Riesen und brachten ihn mit dem Portal in Verbindung. Tatsächlich handelte es sich bei dem Fund jedoch um einen Knochen eines Mammuts.
Aufbau und Gestaltung
Der Aufbau des Riesentors ist reich an theologischer Symbolik. Auf den Kämpfern der Portalsäulen befinden sich Halbfigurendarstellungen der zwölf Apostel sowie der Evangelisten Markus und Lukas. Sie stehen als Verkünder des Glaubens symbolisch am Eingang zum Kirchenraum. Unterhalb der Figuren verläuft eine schmale Frieszone mit Darstellungen von Tieren, Drachen, Teufeln und Fantasiegestalten. Diese verweisen auf den mittelalterlichen Kampf zwischen Gut und Böse.
Den Mittelpunkt des Portalschmucks bildet der Tympanon über dem Eingang. Er zeigt Christus als Weltenrichter auf einem Regenbogen. Er hat seine rechte Hand zum Segensgruß erhoben und hält in der Linken das Buch des Lebens.
Häufig gestellte Fragen zum Riesentor
Muss ich ein Ticket kaufen, um das Riesentor zu besichtigen?
Das Riesentor befindet sich an der Westfassade des Stephansdoms und ist direkt vom Stephansplatz aus zugänglich. Ein Ticketkauf ist zur Besichtigung nicht notwendig.
Aktuell befindet es sich jedoch aufgrund umfangreicher Restaurierungsarbeiten bis Ende des Jahres unter Gerüst.
Wird das Riesentor über Nacht zugesperrt?
Ja, das Riesentor ist in der Zeit von 22:00 bis 06:00 geschlossen und versperrt.
Wie groß ist das Riesentor?
Das Riesentor, das romanische Hauptportal des Stephansdoms, misst 4,45 Meter in der Höhe und 2,44 Meter in der Breite. Es zählt zu den ältesten erhaltenen Bauteilen des Doms und bildet den eindrucksvollen Haupteingang an der Westfassade.
Ab wann ist das Riesentor wieder ohne Gerüst zu sehen?
Die umfassenden Restaurierungsarbeiten am Riesentor werden voraussichtlich bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein.









