
Der Orgelfuß des Stephansdoms
Das kunstvolle Tragwerk einer verschwundenen Orgel
Wo einst eine Schwalbennestorgel erklang, beeindruckt heute ihr kunstvoll gestalteter Orgelfuß. Das Meisterwerk Anton Pilgrams verbindet spätgotische Baukunst mit außergewöhnlicher Leichtigkeit.

Wo im Dom befindet sich der Orgelfuß?
Der Orgelfuß befindet sich im nördlichen Seitenschiff des Stephansdoms. Vom Riesentor aus gesehen schwebt er an der linken Seitenschiffwand unmittelbar vor dem Querschiff.
Geschichte und Architektur des Orgelfußes
Entstehung
Der Orgelfuß wurde 1512 begonnen und wahrscheinlich im Jahr darauf vollendet. Er bildete die steinerne Empore für eine „Schwalbennestorgel“, eine hoch an der Wand angebrachte Orgel. Nach mehreren Umbauten wurde diese 1797 abgetragen. Übrig blieb die aufwendig gestaltete Tragekonstruktion.
Gesamteindruck
Ausgeführt noch im virtuosen Stil spätgotischer Architektur, steht der Orgelfuß bereits an der Schwelle zur Renaissance. Wie eine monumentale steinerne Konsole scheint er aus der Wand herauszuwachsen. Steinerne Rippen überschneiden und verschlingen sich, um letztlich in vollendeter Harmonie zusammenzufinden. Das auffälligste Element zeigt sich ganz am unteren Ende: In einer farbigen und ausdrucksstarken Skulptur hat sich Dombaumeister Anton Pilgram selbst verewigt. Er war es, der dem Orgelfuß seine endgültige Gestalt gab.
Aufbau
Schmal ansetzend über dem Selbstbildnis von Anton Pilgram, gewinnt der Orgelfuß nach oben hin an Breite und Tiefe. Ein kunstvolles Geflecht ineinander verschnittener Schlingrippen verleiht diesem steinernen Bauteil eine erstaunliche, fast schon „schwebende“ Leichtigkeit.
Nach oben hin schließt der Orgelfuß mit der Brüstung der früheren Orgelempore ab. Mit spätgotischem Maßwerk setzt sie dem verschlungenen Rippenwerk unterhalb eine vergleichsweise klare Gliederung gegenüber.
Häufig gestellte Fragen zum Orgelfuß
Muss ich ein Ticket kaufen, um den Orgelfuß zu besichtigen?
Für die Besichtigung des Orgelfußes ist kein Ticket erforderlich, da er sich im frei zugänglichen Bereich des Kirchenraums befindet.
Kann ich den Orgelfuß bei einer Führung besichtigen?
Ja, der Orgelfuß kann im Rahmen einer Domführung besichtigt werden. Die Führungen werden regelmäßig in deutscher und englischer Sprache angeboten.
Was ist ein Orgelfuß?
Ein Orgelfuß ist die tragende Konstruktion einer erhöht angebrachten Orgel. Er stützt die Orgelempore, auf der das Instrument steht, und leitet deren Gewicht in Wand oder Pfeiler ab. Im Stephansdom ist dieser Unterbau besonders kunstvoll als spätgotische, aus der Wand vorragende Steinkonstruktion gestaltet.
Welchen Anteil hatte Anton Pilgram an der Gestaltung des Orgelfußes?
Ursprünglich war mit der Ausführung des Orgelfußes Jörg Öchsl betraut. Er stellte etwa die Hälfte des Baus fertig. Dann bestätigte Kaiser Maximilian I. jedoch Anton Pilgram als Dombaumeister. Dieser führte in der Folge den Orgelfuß nach seinen eigenen Plänen aus. Heute rechnet die kunsthistorische Forschung nur den Unterbau des Orgelfußes großteils Jörg Öchsl zu.








